Zahnarzt Corona

Zahnarztpraxis und Corona-Pandemie

(= sich weit ausbreitende Seuche)

Hygiene, Erklärungen, Empfehlungen

Wie kommt es zur Infektion?

Durch Verschleppung eines Erregers mit den Händen oder direkt durch Tröpfchen.

Hände, warum Händedesinfektion?

Weder Bakterien noch Viren dringen über die Hände in unseren Körper ein, warum also sind die Hände denn so wichtig? Weil wir mit den Händen, meist unbewusst, ca. 2x/Stunde im Gesicht sind. Dabei kann es einem Erreger gelingen, uns über die Augen (siehe unten), oder über die Mund- oder die Nasenschleimhaut zu infizieren. Tipp 1: Feine Handschuhe tragen, die unterwegs möglichst für alle Tätigkeiten (Türgriffe, Bancomat, Briefkasten, etc.) anbehalten werden können. Mit Handschuhen langt man sich in der Regel nicht ins Gesicht. Tipp 2: Statt Desinfektionsmittel: Es geht auch mit Seife und viel Wasser. Bei der Seife möglichst darauf achten, dass sie rückfettend ist, oder nachher eine leichte Handcrème benützen.

Tröpfchen, wie davor schützen?

Tröpfchen, grössere oder kleinere, entstehen bei jedem Gespräch, ob wir das wahrnehmen oder nicht und selbstverständlich auch beim Husten und v.a. beim Niesen.

Nr. 1: Niesen

Für uns selber ist Niesen natürlich und sinnvoll, weil es ein «Reinigungsprogramm» ist, das Fremdkörper mit viel Power aus dem Körper pusten möchte. Für die Menschen im Umkreis von 3 Metern ist es weniger gesund. Deshalb: Niesen ja, aber unbedingt dicht in die Ellenbeuge. Niemals in die Hände, weil wir, aus Solidarität, allfällige Keime ja nicht verteilen möchten.

Nr. 2: Sprechen

Die Tröpfchenwolke ist viel kleiner als beim Niesen, aber die allfällige Gefahr, die von ihr während einer Pandemie ausgeht, ist schwieriger abzuschätzen. Weil man nicht von jedem seiner Nachbarn im Zug oder in der Sitzung weiss, ob sie einen Erreger übertragen können. Der einzige Grund, eine Maske zu tragen, ist genau dieser, nämlich diese Tröpfchen abzufangen. Dies wenn man weiss, dass man bereits infiziert ist, gegenüber den Mitmenschen. Oder, wenn man nicht die hundertprozentige Gewissheit hat ob man Träger ist oder nicht, aber dennoch in der Gesellschaft funktionieren möchte oder muss.

Nr. 3: Husten

Dies ist häufig weniger problematisch, als man annehmen könnte. Gerade bei Vireninfektionen wie Grippe oder Corona kommt der Husten in der Regel verzögert. Es sind sozusagen eher die Nachwehen der ursprünglichen Infektion, der eigentliche Virus kann vom Körper bereits unter Kontrolle gebracht worden sein. Frische Papiertaschentücher verwenden und schauen, dass die Hände dabei möglichst sauber bleiben. Trockener Husten: Ebenfalls in die Ellenbeuge. Ausser Haus, macht auch hier eine Maske Sinn.

Augen, was haben die Augen mit dem Ganzen zu tun?

Alle Welt redet von Händedesinfektion, und dies natürlich zu Recht (siehe oben). Aber die Augen spielen beim Ganzen eine zentrale Rolle, weil der Tränenkanal, der die Augen entwässert, direkt in die Nase läuft. Erreger in einem Tröpfchennebel oder auf den Händen beim Reiben im Auge, finden so direkt den Weg in die Atemwege oder in die Bindehaut. Tipp 3: Die Sonnenbrille in der stark bevölkerten Bar bekommt plötzlich eine andere Bedeutung... ;)

Wie legen wir dem Virus möglichst viele Steine in den Weg?

Covid-19-Erreger möchten in die Lunge. Es steht die Vermutung im Raum, dass die sehr seltenen schweren Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen damit zu tun haben könnten, dass eine grosse Anzahl Viren auf's Mal durch Mundatmung direkt in die Lunge gelangen konnten. Bei erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit wie z.B. im ÖV, sollte deshalb darauf geachtet werden, dass man durch die Nase atmet. (Wenn die Nase verstopft sein sollte, nicht auf Mundatmung umschalten, sondern durch geeignete Sprays die Nase durchgängig machen.)

Die Nase stellt eine sehr effiziente erste Barriere gegen Viren dar. Dies mechanisch durch Abtransport mit Schleim sowie biologisch durch schnellstmögliche Aktivierung der Produktion von spezifischen Antikörpern gegen das Virus. Wenn sich das Virus, nach Tagen nach dem ersten Kontakt über den Rachen und die Bronchien zur Lunge hin ausbreiten will, steht dank dem Abwehrdispositiv einer gesunden Nase bereits eine Armee von Antikörpern und Abwehrsoldaten zur Stelle und machen dem Ansinnen des Virus einen Strich durch die Rechnung.

Wie halte ich die Nase gesund? (Tipp 4 und 5)

Erstens durch konsequente Nasenatmung (wenn möglich auch beim Sport). Zweitens, v.a. in den Wintermonaten oder in der jetzigen Corona-Pandemie, durch gezielte Nasenpflege: 1-2x täglich Nase spülen mit z.B. Emsersalz (gibt es in der Apotheke Ihres Vertrauens, auch zusammen mit einer Spülflasche). Danach wenig Salbe in jeder Nasenöffnung mit dem Ansatz der Tube gut verteilen (z.B. Bepanthem Nasensalbe oder Nasensalbe Rüedi Spirig HC 20)

Was kann ich sonst noch tun?

Die zusätzliche starke Belastung der Bronchien und der Lunge mit Zigarettenrauch ist nicht ratsam. Wie die Korrelation ist zwischen schweren Krankheitsverläufen und dem Rauchen, wurde leider bislang noch nicht kommuniziert. Es ist schwer vorstellbar, dass kein Zusammenhang bestehen sollte. Im Weiteren sind unter anderem genügend Vitamin C und D kein Fehler (aber Vorsicht bei Vitaminpräparaten: Dosisempfehlungen einhalten; Multivitaminpräparate machen bei ausgewogener Ernährung keinen Sinn). Auch haben viele der bekannten Hausmittel und alle jahrelangen Selbsterfahrungen mit Erkältungen und Grippe ihre sichere Berechtigung.

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte Menschheit das Virus über kurz oder lang kennenlernen wird, scheint sehr gross zu sein. Deshalb schliesse ich mit den Worten und dem Wunsch: Überstehen Sie den wahrscheinlichen Kontakt mit SARS-CoV-2 möglichst reibungslos. Wenn Sie durch die Anwendung der Tipps nur mit wenig Viren (statt einer Überflutung) in Berührung kommen, ist die Wahrscheinlichkeit extrem gut (ca. 99%), dass Sie schnell und unbeschadet daraus hervorgehen werden. Immerhin scheinen sehr viele, die bereits schon immun sind, nicht einmal Symptome bemerkt zu haben.

Es gibt bis jetzt keine Hinweise, dass Covid-19 mehr Schaden anrichtet als die alljährlich wiederkommende saisonale Grippe, der weltweit Jahr für Jahr hunderttausende zum Opfer fallen.

Bleiben Sie also, mit oder ohne Kontakt mit dem Virus, gesund und vor allem rational besonnen.

Freundliche Grüsse
Dr. Mark Gfeller